Heilung durch Autosuggestion nach der Methode von Emile Coué

Der Apotheker Emile Coué (1875 – 1926) stellte bei der Abgabe von Medikamenten fest, dass ein gleiches Medikament ohne begleitende Verstärkung weniger oder gar keine Wirkungen erzielte. Er erkannte also die starke Wirkung der Worte und deren Beeinflussungskraft. Von diesen Ergebnissen fasziniert, wandte er sich dem Studium der Psychologie zu. Sein grosses Interesse weckte die Hypnose, wo er die Macht des gesprochenen Wortes in der Suggestion wiederfand.

Im Kern der Methode liegt, dass alles unternommen wird, was die Selbstheilung durch Einbildungskraft stärkt und umgekehrt alles unterlassen wird, was sie schwächt. Vieles liegt im Unterbewusstsein. Wir können oberflächlich noch so gute Gedanken haben, wenn wir zutiefst im Inneren nicht daran glauben: Dann haben wir keine Chance eine Besserung oder gar Heilung zu bewirken.

Ein Erlebnis aus der Praxis von Emile Coué (1875 – 1926) gibt gleichen einen Einblick, was der Begriff Autosuggestion bedeute. «Einen weiteren Schritt zur Gewissheit, dass der Glaube einer der wichtigsten Faktoren einer Heilung ist, erlangte er durch einen kleinen Betrug: Eine schwer leidende Frau betrat eines Tages seine Apotheke und verlangte nach einer Mixtur, mit der festen Überzeugung, dass nur diese ihr helfen könne. Coué erkannte, dass er nach den damaligen gesetzlichen Richtlinien diese Rezeptur nicht ausführen durfte. Sehr enttäuscht verliess die Leidende die Apotheke, stand aber am nächsten Tag schon wieder da und bettelte mit schmerzerfülltem Blick erneut um die Tinktur. Mitleid mit der Kranken liess ihn scheinbar erweichen. Mit den dringenden Worten an die Dame, diese Mischung sei besonders stark und müsse genau nach seinen Weisungen eingenommen werden, begab er sich ins Labor. Hier mischte er destilliertes Wasser mit etwas Aromen und Farbstoff und füllte diese Mischung in ein Fläschchen ab. Bei der Übergabe an die Patientin ermahnte er sie, die Dosis genau nach Vorschrift, dreimal täglich vor dem Essen einzunehmen. Nach einer Woche betrat die Frau überglücklich und voller Dankbarkeit seine Apotheke und bedankte sich mit den Worten, sie sei von ihrem Leiden, Dank der Tinktur, vollständig geheilt.

Eine Feststellung von Coué, die er schon früher beobachtet hatte, bestätigte sich: Ein Placebo kann die gleiche Wirkung haben, wie das eigentliche Medikament. Der Erfolg liegt dabei also einzig und allein im Glauben an die gute Wirkung und an der Unterstützung der verabreichenden Person.

Am Freitag, 30. Oktober 2020 findet zu diesem Thema ein Vortrag von Klaus Dieter Ritter mit aktiver Teilnahme und praktischen Anwendungen der Coué Methode statt. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.coue.ch/heilkraft